Titelangaben
Köck, Michael:
Die Struktur des Digitalen - Lernen über KI an Lernstationen.
In: Holischka, Tobias ; Kreisbeck, Carolin ; Pfeuffer, Christina ; Winklmann, Michael (Hrsg.): Künstliche Intelligenz - Chancen, Herausforderungen, Perspektiven. -
Freiburg im Breisgau : wbg Academic, 2026. - S. 81-101. - (KU University Press ; 7)
ISBN 978-3-534-64351-6
Volltext
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Kurzfassung/Abstract
Die Erwartungen zum Einsatz Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich sind häufig allein
auf die Möglichkeiten gerichtet, Lehr- und Lernprozesse zu effektivieren. Aufgrund des transformativen Potenzials der Technologie für viele Lebensbereiche und vor allem für Arbeit und Beruf ist allerdings auch ein Lernen über KI dringend geboten. Ziel entsprechender Bildungsmaßnahmen muss es sein, den Aufbau von Kenntnissen zur Nutzung und Gestaltung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zu unterstützen sowie das Beurteilungsvermögen der jeweiligen Zielgruppen in Bezug auf die sozial-humanen Aspekte dieser Technologie zu stärken.
Einen kleinen Beitrag zur Umsetzung dieser Ziele sollen verschiedene Lernstationen leisten, die an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entwickelt wurden. Vorrangig für die Nutzung in universitären Lehrveranstaltungen im Rahmen der Lehramtsausbildung konzipiert, kommen sie auch bei schulischen und außerschulischen MINT-Maßnahmen zum Einsatz.
Mit den Lernstationen wird nicht der Anspruch erhoben, Künstliche Intelligenz in all ihren
Facetten zu erschließen, sondern sich diesem Feld über ihre basalen technologischen Grund-
lagen anzunähern. Der nachfolgende Beitrag skizziert die didaktischen Vorüberlegungen für
die inhaltliche und methodische Konzeption der Lernstationen.
Den Ausgangspunkt hierfür bilden allgemeine Betrachtungen zum Verhältnis von Mensch
und Technik, die die Bedeutung des Lernens über digitale Systeme und KI unterstreichen. Der Wandel vom instrumentellen Charakter der Technik hin zu teils autonom agierenden Syste
men stellt Individuen und Gesellschaft vor vielfältige Herausforderungen. Wie Erhebungen
zu Technikeinstellungen und digitalen Kompetenzen vermuten lassen, scheinen sich viele der
Konsequenzen dieser Entwicklungen nicht bewusst zu sein.
Dabei gibt es keinen Mangel an Mahnrufen oder Zielvorstellungen für entsprechende Bil-
dungsmaßnahmen. Jüngstes Beispiel sind die Handlungsempfehlungen der Kultusminister-
konferenz (KMK) für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungspro-
zessen. Gefordert wird hier eine Auseinandersetzung mit Wirkungsweisen, Chancen und Ri-
siken der Künstlichen Intelligenz.
Die Umsetzung solcher Bildungsintentionen stellt ein pädagogisch-didaktisches Problem
dar, bei dem konkrete Inhalte ausgewählt und Lernprozesse gestaltet werden müssen. Orien-
tierung bieten hier bewährte didaktische Prozessmodelle.
Sie kamen auch bei der Gestaltung der Lernstationen zum Einsatz. So erfolgte die generelle
Auswahl der Lerninhalte anhand von Kriterien wie Exemplarität, Gegenwartsbedeutung und
Zukunftsbezug. Die Zuordnung der Inhalte zu den einzelnen Stationen orientiert sich fachlich an einem Schichtenmodell und methodisch an konkreten arbeitsweltlichen Aufgabenstellungen. Bei der methodischen Konzeption wird auf Prinzipien sowohl des instruktiven als auch handlungsorientierten Lernens gesetzt.
An jeder einzelnen Station lässt sich über eine konkrete Aufgabenstellung ein elementarer
Aspekt digitaler Technologien erarbeiten. Im Verbund soll die Bearbeitung, verschiedener, in der Komplexität ansteigender Aufgaben an unterschiedlichen Lernstationen das Verständnis für strukturelle Zusammenhänge fördern.
Erste Evaluationen mit Schülerinnen und Schülern einer 8. Jahrgangsstufe zeigen, dass die
Effekte der Arbeit an den Stationen im Rahmen zeitlich begrenzter und isolierter Veranstaltungen nicht unbedingt in konkret nachweisbaren Wissens- oder Fähigkeitszuwächsen, sondern eher in der positiven Wirkung auf einzelne Facetten technikbezogener Selbsteinschätzungen liegen.
Konkrete Leistungszuwächse, etwa im Bereich der informatischen Modellierung realweltli-
cher Probleme bedürfen daher wohl systematischerer Ansätze in Schule und Unterricht.
Nachgewiesen werden konnte im Zuge der Evaluationen, dass die aktuell vorhandenen Stati-
onen, Themen und Aufgabenformate von den Schülerinnen und Schülern interessiert ange-
nommen wurden und vom Schwierigkeitsgrad her angemessen waren. Dies bietet verschie-
dene Anhaltspunkte sowohl für die Konzeption und Ausgestaltung vergleichbarer MINT-
Maßnahmen, als auch für die Weiterentwicklung der Lernstationen.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Aufsatz in einem Buch |
|---|---|
| Schlagwörter: | Künstliche Intelligenz; Lernstationen |
| Sprache des Eintrags: | Deutsch |
| Institutionen der Universität: | Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Arbeitswissenschaften > Didaktik Arbeitslehre und Berufskunde |
| Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?: | Ja |
| Titel an der KU entstanden: | Ja |
| KU.edoc-ID: | 36710 |
Letzte Änderung: 02. Jun 2026 13:01
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