Titelangaben
Kallenbach, Tilman ; Imhoff, Franziska
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Jugendkulturelle Selbstorganisation in ländlichen Räumen : Perspektiven aus dem Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen.
2025
Veranstaltung: Ringvorlesung zum Thema "LAND - JUGEND - KULTUR": Jugendkulturelle Selbstorganisation im Fokus: Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis“, 03.02.2025, Bamberg.
(Veranstaltungsbeitrag: Vortragsreihe, Vortrag)
Volltext
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Link zum Volltext (externe URL): https://diyhoch3.de/ringvorlesung/ |
Kurzfassung/Abstract
Seit einigen Jahren sind ländliche Räume zurück auf der politischen und medialen Agenda: Sei es als imaginierte ländliche Idylle, Orte des „guten Lebens“ oder aber als sogenannte abgehängte Räume. Oftmals erfahren ländliche Räume Benachteiligungen hinsichtlich zentraler Infrastrukturen wie ÖPNV, Kultur und Freizeit oder Ausbildung und Nahversorgung. Da kommunale Haushalte häufig unterfinanziert sind und privatwirtschaftliche Investitionen oft wenig lukrativ scheinen, fehlt es in ländlichen Räumen überdies häufig an sozialen Orten. Eine der Gegenstrategien zu dieser sozio-strukturellen Ausdünnung in peripheren ländlichen Räumen liegt in Praktiken des Anpackens und Selbermachens, also in der Aktivierung der Zivilgesellschaft und der Auslagerung von Aufgaben der Daseinsvorsorge auf das Ehrenamt. Wo sich der Wohlfahrtssaat zurückzieht, sind Vereine, Verbände und insbesondere engagierte Individuen zentrale Bausteine einer bottom-up Transformation der sozio-ökonomischen (ländlichen) Peripherie.
Weniger im Fokus bisheriger Betrachtungen stehen dabei jungen Menschen in ländlichen Räumen, die ihre Lebensräume oftmals selbst gestalten (müssen), sei es im Bereich von Musik, Sport, Party oder Tradition. Ländlichen Jugendkulturen liegen häufig selbstorganisatorische Ansätze zugrunde, die vielfältige Vergemeinschaftungs- und Raumaneignungsformen hervorbringen. Aktuelle Studien zeigen, dass Jugendliche gerade diese sozio-kulturelle Vielfalt als Bleibe- oder Rückkehrgrund sehen und ihr ländliches Umfeld darüber als besonders lebenswert und gestaltbar wahrnehmen. Darüber hinaus lassen sich für strukturschwache ländliche Räume Peripherisierungsprozesse beobachten, die räumliche Ungleichheiten intensivieren und für junge Menschen Zugangs- und Teilhabechancen so limitieren, dass ihnen deutlich weniger Handlungsspielräume zur Ausformung ihrer Lebensziele zur Verfügung stehen. Somit ergeben sich Herausforderungen für eine zielgerichtete Förderung jugendkultureller Vergemeinschaftungsformen in ländlichen Räumen. Vor diesem Hintergrund soll die Ringvorlesung Strukturen, Maßnahmen und progressive Visionen aufzeigen, die zu einer bedarfsgerechten Förderung selbstorganisierter Jugendkulturen in ländlichen Räumen beitragen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderten Forschungsprojekts „DIYhoch3 – Jugendkulturelle Selbstorganisation im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Thüringen“ statt. Ziel des laufenden Forschungsvorhabens ist die Analyse der Räume und Möglichkeiten von Jugendkulturen in ländlichen Räumen und damit die Elaboration von Gelegenheitsstrukturen und Ermöglichungsbedingungen selbstorganisierten kulturellen Lebens. Der regionale Fokus liegt auf dem Dreiländereck Bayern, Sachsen und Thüringen und umfasst die Landkreise Hof, Saale-Orla-Kreis und Vogtlandkreis.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Veranstaltungsbeitrag (unveröffentlicht): Vortragsreihe, Vortrag |
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| Sprache des Eintrags: | Deutsch |
| Institutionen der Universität: | Mathematisch-Geographische Fakultät > Geographie > Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie
Zentrale Einrichtungen > Graduiertenakademie |
| Weitere URLs: | |
| Titel an der KU entstanden: | Ja |
| KU.edoc-ID: | 37273 |
Letzte Änderung: 28. Okt 2026 13:09
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