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An institutional perspective on residential battery storage systems in Germany : accelerating transition dynamics in a multi-system and multi-scalar contex

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Käsbohrer, Andrea:
An institutional perspective on residential battery storage systems in Germany : accelerating transition dynamics in a multi-system and multi-scalar contex.
Eichstätt, 2026. - 200 S.
(Dissertation, 2026, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

Volltext

Open Access
Volltext Link zum Volltext (externe URL):
https://doi.org/10.17904/ku.opus-1087

Kurzfassung/Abstract

Im Kontext der wissenschaftlichen Debatte um Sustainability Transitions hat sich die Dissertation aus einer institutionellen Perspektive mit jüngeren Entwicklungen im Markt für Heimstromspeicher in Deutschland befasst. Das Forschungsdesign, in dem neben Experteninterviews teilnehmende Beobachtungen bei über 40 Treffen eines Branchenverbands zum Einsatz kamen, war dabei vorwiegend qualitativ ausgerichtet. Die Dissertation verfolgt dabei drei hauptsächliche Forschungsinteressen:

• Erstens hat das Forschungsvorhaben zum Diskurs um Multi-system Interactions beigetragen, indem aufgezeigt wurde, wie Akteure institutionelle Arbeit (Institutional work) verrichten, um sogenannte regulatorische Verknüpfungen (regulative couplings) herzustellen und damit Systemgrenzen zu verschieben. Anhand des Marktes für Stromspeicher und mithilfe dieser Perspektive zeigt die Dissertation, wie mächtige Incumbents ihre Ressourcen einsetzen und durch institutionelle Arbeit im benachbarten System die Systemgrenzen zwischen der Energie- und Automobilbranche verschieben. Während Akteure im Energieversorgungssystem, wie zum Beispiel Stromversorger oder Speicherhersteller, zu Beginn der Marktentwicklung als Schlüsselakteure galten, greifen Automobilhersteller zunehmend in das System ein, indem sie in Verbindung mit Elektromobilen auch Energiemanagementsysteme, Speicher sowie Ökostrom anbieten. Was das regulatorische Verknüpfen der beiden Systeme betrifft, stellen die Projektergebnisse sektorübergreifende Netzwerke sowie Lobbyarbeit, die von etablierten Incumbents ausgeführt wird, heraus. Besonders Akteure der Automobilindustrie erlangen zunehmend Zugang zu politischen Institutionen im Stromsystem und vertiefen ihre intellektuellen und physisch-materiellen Ressourcen.

• Ein zweites Forschungsinteresse ist auf die agentische Dimension von Rescaling ausgerichtet. So legt die Dissertation offen, welche Akteure, in welchen Formen und mit welchem Ergebnis sozio-institutionelles Rescaling mit Hilfe institutioneller Arbeit betreiben, um damit die Durchsetzung von Heimstromspeichern in Deutschland und auf europäischer Ebene anzutreiben. Darüber hinaus finden die Absichten und Möglichkeiten der Akteure in Abhängigkeit von dem skalaren Arrangement, in das sie eingebettet sind, Berücksichtigung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass angesichts regulatorischer Hürden vor allem nationale Wirtschaftsverbände und Unternehmen auf sozio-institutionelles Rescaling abzielen. Entsprechend setzen sich diese Akteure für eine vollständige Implementierung der speichergünstigen EU-Gesetzgebung ein und streben danach, auf europäischer Ebene positive Narrative um Heimspeicher zu stärken, die EU-Gesetzesänderung zu verändern sowie Standards im Bereich Messen und Datenkommunikation zu etablieren. Akteure auf EU-Ebene sind dagegen durch skalare Strukturen eingeschränkt, etwa durch institutionelle Semikohärenz oder auch erwartete Vorbehalte ihnen gegenüber auf nationaler Ebene.

• Zum dritten entwickelt die Dissertation am Beispiel der beiden wichtigsten Regulierungsbehörden in Deutschland, des BMWK und der BNetzA, das Konzept der regulatory state capacity, also die Rollen (roles), Ressourcen (resources) und Fähigkeiten (abilities), die für das Herbeiführen von institutionellem Wandel im Allgemeinen und in der Beschleunigungsphase von Transitionen (acceleration phase) im Besonderen erforderlich sind. Die Projektergebnisse heben dabei vor allem zwei Herausforderungen hervor, die sich unter den Termini whole system change und expansion and contestation zusammenfassen lassen. Ersteres bezieht sich dabei auf die systemdienliche Netzintegration von Heimspeichern, um kritische Netzzustände angesichts des massiven Zubaus an Photovoltaiksystemen zu verhindern. Dabei haben Lernen und Reflexivität zu einer Neu-Einschätzung von Heimspeichern geführt. Der zweite Bereich, expansion and contestation, ist hingegen eng mit der Implementierung der EU-Gesetzgebung sowie Multi-system-Interaktionen in Form von divergenten Interessenlagen und Lobbyarbeit verschiedener Akteure bzw. Akteursgruppen verbunden. Gatekeepers und Moderatoren sowie politische Fähigkeiten werden als besonders gewichtige Faktoren offengelegt.

Als übergreifende Ergebnisse zeigt die Dissertation erstens einen Wandel in der Konstellation der Akteure auf, die an der Herbeiführung institutioneller Veränderungen beteiligt sind; zweitens unterstreicht sie die Notwendigkeit einer differenzierteren Betrachtung etablierter Akteure (in der Rolle von Regulierungsbehörden); und drittens hebt sie die Bedeutung struktureller Rahmenbedingungen für institutionelle Arbeit hervor.

Weitere Angaben

Publikationsform:Hochschulschrift (Dissertation)
Zusätzliche Informationen:Kumulative Dissertation
Schlagwörter:Energiespeicher; Elektrizitätsmarkt; Regulierung; Kraftfahrzeugindustrie; Sektorkopplung; Energiepolitik; Akteuer; Regulierungsbehörde
Sprache des Eintrags:Englisch
Institutionen der Universität:Mathematisch-Geographische Fakultät > Geographie > Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie
Mathematisch-Geographische Fakultät > Dissertationen / Habilitationen
DOI / URN / ID:10.17904/ku.opus-1087
Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?:Ja
Titel an der KU entstanden:Ja
KU.edoc-ID:37270
Eingestellt am: 27. Okt 2026 12:06
Letzte Änderung: 27. Okt 2026 12:06
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/37270/
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