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Psychotherapists' readiness and professional quality of life in treating traumatized refugees : determinants and correlates ; a cumulative work on the impact of patient origin, expected treatment outcome and therapists work experience

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Schwegler, Pia Maria:
Psychotherapists' readiness and professional quality of life in treating traumatized refugees : determinants and correlates ; a cumulative work on the impact of patient origin, expected treatment outcome and therapists work experience.
Eichstätt ; Ingolstadt, 2026
(Dissertation, 2026, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)

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https://doi.org/10.17904/ku.opus-1045

Kurzfassung/Abstract

Weltweit sind derzeit etwa 123,2 Millionen Menschen gewaltsam vertrieben, viele von ihnen suchen Schutz in Deutschland. Traumatische Erfahrungen, Flucht und postmigrantische Stressoren führen bei dieser vulnerablen Bevölkerungsgruppe häufig zu psychischer Belastung und psychischen Störungen. Psychotherapeutische Ansätze wie kognitive Verhaltenstherapie und traumaspezifische Interventionen haben sich als wirksam erwiesen, um Symptome psychischer Belastung bei Geflüchteten zu reduzieren. Dennoch erhält trotz des hohen Bedarfs nur ein geringer Teil eine angemessene Versorgung. Dies ist unter anderem auf strukturelle und politische Barrieren, den eingeschränkten Zugang zum deutschen Gesundheitssystem sowie auf die Einstellungen von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gegenüber der Behandlung von Geflüchteten zurückzuführen. Die vorliegende Dissertation umfasst drei Publikationen, die diesen letztgenannten Faktor untersuchen und sich auf die Behandlungsbereitschaft von Therapeutinnen und Therapeuten, den erwarteten Behandlungserfolg, die bisherige Arbeitserfahrung sowie die professionelle Lebensqualität als potenzielle Hindernisse für die Versorgung konzentrieren. Durch die Untersuchung dieser potenziellen Hindernisse zielt diese Dissertation darauf ab, Möglichkeiten zur Sensibilisierung für persönliche Vorbehalte und Zweifel im Zusammenhang mit der Behandlung geflüchteter Patientinnen und Patienten unter Fachkräften aufzuzeigen und eine überarbeitete Perspektive auf die Anforderungen dieser Arbeit zu bieten.
Die erste Publikation analysierte die Bereitschaft deutscher Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Geflüchtete zu behandeln, und untersuchte, wie das Herkunftsland der Patientinnen und Patienten die Behandlungsbereitschaft sowie die Erwartungen an den Behandlungserfolg beeinflusst. Die Studie verwendete sechs Fallvignetten, die nach Geschlecht und Herkunftsland der Patientinnen und Patienten (Syrien, Ukraine, Deutschland) variierten. Diese Vignetten wurden randomisiert insgesamt n = 623 approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie n = 218 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung vorgelegt. Die Teilnehmenden bewerteten ihre Bereitschaft, die dargestellte Person zu behandeln, sowie den erwarteten Behandlungserfolg. Die Ergebnisse zeigen eine signifikant geringere Behandlungsbereitschaft gegenüber Geflüchteten im Vergleich zu Nicht-Geflüchteten. Zwischen syrischen und ukrainischen Patientinnen und Patienten wurden keine signifikanten Unterschiede gefunden. Hinsichtlich des erwarteten Behandlungserfolges gingen die Therapeutinnen und Therapeuten von geringeren Erfolgsaussichten bei Geflüchteten aus. Die Vignetten mit syrischen Patientinnen und Patienten erhielten die niedrigsten Bewertungen.
Die zweite Publikation untersuchte, ob die professionelle Lebensqualität (ProQOL) und frühere Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten die Bereitschaft von Therapeutinnen und Therapeuten beeinflussen, dieser Gruppe Behandlung anzubieten. ProQOL umfasst die folgenden drei Aspekte: Burnout, Mitgefühlszufriedenheit (compassion satisfaction) und sekundäre traumatische Belastung. Unter den 821 befragten approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung wurden moderate Werte der Mitgefühlszufriedenheit und niedrige Werte von Burnout und sekundärer traumatischer Belastung berichtet, was auf eine insgesamt geringe Belastung hinweist. Mitgefühlszufriedenheit korrelierte positiv und sekundäre traumatische Belastung negativ mit der Behandlungsbereitschaft. Die Einbeziehung der Variable „Fluchthintergrund der Patientinnen und Patienten“ in die Analyse hob den Effekt der sekundären traumatischen Belastung auf die Behandlungsbereitschaft auf, während der Einfluss der Mitgefühlszufriedenheit unverändert blieb. Therapeutinnen und Therapeuten mit vorheriger Erfahrung in der Behandlung von Geflüchteten berichteten über höhere Mitgefühlszufriedenheit, niedrigere Burnout-Werte und eine höhere Behandlungsbereitschaft als jene ohne entsprechende Erfahrung. Allerdings korrelierte ProQOL nicht signifikant mit der Bereitschaft, Geflüchtete zu behandeln.
Die dritte Publikation untersuchte die ProQOL von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, die mit unbegleiteten jungen Geflüchteten (UYR) arbeiteten, sowie potenzielle Einflussfaktoren. Der Vergleich zeigte, dass Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe signifikant höhere Belastungswerte aufweisen als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit vorheriger Erfahrung in der Behandlung von Geflüchteten berichteten über eine höhere Mitgefühlszufriedenheit. Die Regressionsanalyse zeigte, dass eine hohe Anzahl von PTSD-Fällen in Behandlung mit erhöhter sekundärer traumatischer Belastung bei Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verbunden war. Zudem war traumaspezifische Weiterbildung in dieser Gruppe mit höheren Werten sekundärer traumatischer Belastung assoziiert. Für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe wurden keine signifikanten Prädiktoren der ProQOL identifiziert.
Diese Dissertation leistet einen Beitrag zum aktuellen Forschungsstand, da sie zentrale Barrieren in der psychotherapeutischen Versorgung von Geflüchteten adressiert. Durch die Untersuchung der Behandlungsbereitschaft von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, der erwarteten Behandlungserfolge und der professionellen Lebensqualität zeigt sie psychologische Faktoren auf, die den Zugang von Geflüchteten zu Versorgung beeinträchtigen können. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an traumaspezifischer Weiterbildung sowohl vor als auch nach der Approbation und heben deren Bedeutung für den Zugang zu qualifizierter Versorgung für Geflüchtete unabhängig von ihrem Herkunftsland hervor. Darüber hinaus plädiert die Dissertation für eine frühzeitige Begegnung mit geflüchteten Bevölkerungsgruppen während der klinischen Ausbildung. Vorherige Erfahrung in diesem Bereich erhöht die Behandlungsbereitschaft und die Mitgefühlszufriedenheit, was darauf hindeutet, dass frühe praktische Erfahrungen professionelles Vertrauen fördern und therapeutische Widerstände reduzieren können. Durch die zusätzliche Einbeziehung von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, die mit UYR arbeiten, wird das Verständnis von beruflicher Belastung und Mitgefühlszufriedenheit im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe erweitert. Der Vergleich zwischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe zeigt deutliche Unterschiede im Belastungsniveau auf und fordert damit konsistentere und strukturiertere Unterstützung über Berufsgruppen hinweg.
Zusammenfassend trägt diese Dissertation zum wissenschaftlichen Diskurs über die psychische Gesundheit von Geflüchteten bei und bietet praktische Empfehlungen zur Verbesserung der Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsversorgung, indem sie Merkmale von Therapeutinnen und Therapeuten wie die ProQOL adressiert. Um diese Merkmale zu verbessern, können Supervision, Ausbildung oder systemische Reformen als Implikationen dieser Dissertation diskutiert werden.

Weitere Angaben

Publikationsform:Hochschulschrift (Dissertation)
Zusätzliche Informationen:Kumulative Dissertation
Schlagwörter:Ukrainischer Flüchtling; Syrischer Flüchtling; Jugendlicher Flüchtling; Psychische Gesundheit; Posttraumatisches Stresssymptom; Psychotherapie; Inanspruchnahme; Medizinische Versorgung
Themenfelder:Flucht und Migration
Sprache des Eintrags:Englisch
Institutionen der Universität:Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Psychologie > Lehrstuhl für Klinische und Biologische Psychologie
Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Dissertationen / Habilitationen
DOI / URN / ID:10.17904/ku.opus-1045
Titel an der KU entstanden:Ja
KU.edoc-ID:36740
Eingestellt am: 12. Jun 2026 08:06
Letzte Änderung: 12. Jun 2026 08:14
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/36740/
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