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Diskontinuitäten in der beruflichen Rehabilitation : Institutionelle Rahmenbedingungen und biographische Verläufe in Beruflichen Trainingszentren (BTZ) und Berufsförderungswerken (BFW)

Discontinuities in Vocational Rehabilitation : Institutional Frameworks and Biographical Trajectories in Vocational Training Centers (BTZ) and Vocational Rehabilitation Centers (BFW)

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Tibbe, Niklas ; Glamann, Nathalie ; Kakuschke, Verena ; Dreßke, Stefan ; Weißmann, Regina ; von Kardorff, Ernst ; Thomas, Joachim ; Ohlbrecht, Heike:
Diskontinuitäten in der beruflichen Rehabilitation : Institutionelle Rahmenbedingungen und biographische Verläufe in Beruflichen Trainingszentren (BTZ) und Berufsförderungswerken (BFW).
In: Die Rehabilitation : Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation. (15. April 2026).
ISSN 0034-3536

Volltext

Volltext Link zum Volltext (externe URL):
https://doi.org/10.1055/a-2821-0529

Kurzfassung/Abstract

Der vorliegende Beitrag soll auftretende Diskontinuitäten bei Maßnahmen im Rahmen von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) herausarbeiten und darstellen, wie diese von Rehabilitand*innen erlebt und bearbeitet werden und wie Leistungserbringer – exemplarisch Berufsförderungswerke (BFW) und Berufliche Trainingszentren (BTZ) – mit derartigen Brüchen umgehen. Dazu werden deren individuelle und organisationsbezogene Deutungsmuster und Bearbeitungsformen herausgearbeitet sowie Impulse für eine biografieorientierte Rehabilitationspraxis entwickelt.

Die Datengrundlage dieses Beitrags bilden die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte, die sich dem Thema Diskontinuitäten in der beruflichen Rehabilitation aus verschiedenen methodischen Perspektiven unter Nutzung von Mixed-Methods Designs widmeten. Die Erhebungsmethoden umfassten dabei qualitative Interviews mit Rehabilitand*innen, Experteninterviews, Fokusgruppen sowie standardisierte Fragebogenerhebungen und ein Routinemonitoring. Die Auswertungen erfolgten mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz, Mayring), Grounded Theory (Glaser & Strauss) sowie deskriptiv-statistischer Verfahren.

Diskontinuitäten im Rehabilitationsverlauf traten häufig und vielfältig auf und umfassten in die Maßnahme mitgebrachte Diskontinuitätserfahrungen wie Krankheitsschübe, psychische Krisen, Maßnahmenabbrüche oder Praktikumswechsel. Während BFW aufgabenbedingt stärker auf kontinuierliche, standardisierte Abläufe setzen mussten, reagierten BTZ mit größerer Flexibilität. Rehabilitand*innen nahmen Diskontinuitäten ambivalent wahr – einerseits als Hindernisse, andererseits aber auch als Chancen zur Neuorientierung.

Diskontinuitäten stehen für heterogene Formen der individuellen Lebens- und Krankheitsbewältigung vor, im und nach dem Maßnahmeverlauf. Sie sollten dort nicht als Abweichung von erwarteten Normalverläufen, sondern als Herausforderung für einen konstruktiven, biografieorientierten Umgang mit Brüchen, Rückschritten und Umwegen betrachtet werden. Dadurch kann ein Raum für individuelle Entwicklungsverläufe geschaffen werden, der das Gelingen der beruflichen Rehabilitation begünstigt.

Weitere Angaben

Publikationsform:Artikel
Sprache des Eintrags:Deutsch
Institutionen der Universität:Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Psychologie > Professur für Psychologische Diagnostik und Intervention
DOI / URN / ID:10.1055/a-2821-0529
Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?:Nein
Peer-Review-Journal:Ja
Verlag:Thieme
Die Zeitschrift ist nachgewiesen in:
Titel an der KU entstanden:Ja
KU.edoc-ID:36727
Eingestellt am: 09. Jun 2026 13:13
Letzte Änderung: 09. Jun 2026 13:13
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/36727/
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