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Qualitative Analyse kindlicher Beziehungsbedürfnisse und deren Bedeutung für Bindungssicherheit, Genese psychischer Störungen und dysfunktionaler Persönlichkeitsaspekte

Qualitative Analysis of Children's Relational Needs and Their Significance for Attachment Security, the Genesis of Psychological Disorders, and Dysfunctional Personality Aspects

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Sulz, Aline ; Schönwald, Susanna ; Sulz, Serge K. D.:
Qualitative Analyse kindlicher Beziehungsbedürfnisse und deren Bedeutung für Bindungssicherheit, Genese psychischer Störungen und dysfunktionaler Persönlichkeitsaspekte.
In: European Psychotherapy : Scientific Journal for Psychotherapeutic Research and Practice. 17 (2026). - S. 54-73.
ISSN 2943-8659

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https://doi.org/10.23668/psycharchives.21883

Kurzfassung/Abstract

Hintergrund: Die Erfüllung zentraler Beziehungsbedürfnisse gilt als essenzieller Faktor für eine gesunde psychische Entwicklung. Während quantitative Studien bereits Zusammenhänge zwischen elterlichem Erziehungsverhalten und Psychopathologie aufzeigten, mangelt es an einer differenzierten empirischen Klassifikation subjektiv erlebter kindlicher Bedürfnisse.
Methodik: Unter Federführung von Ute Gräff-Rudolph und Serge K.D. Sulz wurden in einem ersten Schritt der VDSD01 Lebens- und Krankheitsgeschichte als Selbstbeurteilungsfragebogen und der VDS04 als Interview fertiggestellt. Im zweiten Schritt erfolgte seine inhaltsanalytische Auswertung (Sulz & Tins 2000): In einer explorativen Studie wurden 521 retrospektive Aussagen von 62 Patient:innen in ambulanter Psychotherapie (Altersdurchschnitt 35 Jahre) analysiert. Die Datenerhebung erfolgte mittels des VDS01-Fragebogens zu Biografie und Anamnese. Die Auswertung folgte der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (Reduktion, Klärung, Strukturierung). Die Interrater-Reliabilität des entwickelten Kategoriensystems wurde mit einer Übereinstimmung von 86 % validiert.
Ergebnisse: Es wurde ein empirisch begründetes Klassifizierungssystem aus 21 kindlichen Bedürfnissen entwickelt, die sich in drei Hauptgruppen unterteilen lassen: Zugehörigkeits-/Abhängigkeitsbedürfnisse (z. B. Trost, Schutz, Liebe), Selbst-/Individuationsbedürfnisse (z. B. Selbstbestimmung, Vorbild, Grenzen) und homöostatische Bedürfnisse (z. B. Freiheit von Angst, Schuld und Missbrauch). Die am häufigsten genannte Frustration betraf das Bedürfnis nach Trost und Wärme. Klinisch zeigten sich signifikante Unterschiede: Depressive Patient:innen berichteten über eine geringere Befriedigung von Bindungsbedürfnissen als Patient:innen mit Angststörungen oder Migräne. Zudem korrelierten spezifische Bedürfnisfrustrationen signifikant mit dysfunktionalen Persönlichkeitsaspekten im Erwachsenenalter.
Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen die klinische Relevanz einer feinen Differenzierung kindlicher Bedürfnisse. Das entwickelte System bietet eine theoretische und praktische Grundlage für die psychotherapeutische Rekonstruktion der kindlichen Lerngeschichte und der daraus resultierenden psychischen Strukturen.

Weitere Angaben

Publikationsform:Artikel
Schlagwörter:Kindliche Bedürfnisse; Qualitative Inhaltsanalyse; Psychotherapie; Persönlichkeitsentwicklung; Überlebensregel; psychische Erkrankung; Depression; Angsterkrankung; Bindung (Attachment); Retrospektive Erhebung; Frustration; VDS24-Fragebogen (erfasst elterliche Frustrationen und unsichere Bindung) und VDS1-Anamnesefragebogen
Sprache des Eintrags:Deutsch
Institutionen der Universität:Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Pädagogik > Lehrstuhl für Sozial- und Gesundheitspädagogik
DOI / URN / ID:10.23668/psycharchives.21883
Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?:Ja
Peer-Review-Journal:Ja
Titel an der KU entstanden:Ja
KU.edoc-ID:36627
Eingestellt am: 29. Apr 2026 08:58
Letzte Änderung: 29. Apr 2026 08:58
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/36627/
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