Titelangaben
Hübner, Christian:
Gewissen : Studien zu einem zentralen Gegenstand in Hermann Hesses literarischer Ethik.
2026. - 525 S.
(Dissertation, 2024, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)
Volltext
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Link zum Volltext (externe URL): https://doi.org/10.17904/ku.opus-1032 |
Kurzfassung/Abstract
n seinen literarischen Werken beschreibt Hermann Hesse das Gewissen nur äußerst selten begrifflich-theoretisch, sehr oft aber gegenständlich und bildhaft. Anhand der Romane Demian, Siddhartha, Der Steppenwolf, Das Glasperlenspiel sowie der Erzählung Die Morgenlandfahrt wird gezeigt, welche konkrete narrative Gestalt er dem Phänomen des Gewissens darin jeweils gibt. Seine literarischen Beschreibungen sind jedoch nicht voraussetzungslos, sondern stützen sich auf eine Vielzahl von begrifflichen Formulierungen in Briefen, Rezensionen, Zeitungsartikeln, Essays und Tagebüchern. Dort legt er seine Vorstellungen von der Beschaffenheit des Gewissens schriftlich dar und nennt dabei neben eigenen Beobachtungen häufig auch weitere Quellen, die zur Bildung seiner Auffassungen diesbezüglich beigetragen haben. Als Beispiele solcher Quellen seien hier die Werke Nietzsches, Kierkegaards und Dostojewskis genannt, denen er wichtige Anregungen für eigene Formulierungsversuche entnahm. Darüber hinaus werden auch die historischen Voraussetzungen für seine Auseinandersetzung mit dem Gewissen betrachtet, in erster Linie seine Erfahrungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die verheerenden Folgen eines kriegerischen und autoritären Nationalismus bestärkten ihn in der Überzeugung, zu einer neuen Friedensordnung mit einer Literatur beitragen zu können, die der Entwicklung eines autonomen Gewissens förderlich ist. Hierfür erprobt er in den letzten Kriegs- und ersten Zwischenkriegsjahren neue publizistische und literarische Verfahren. Diese Verfahren sind Ausdruck einer radikalen inhaltlichen wie formalen Neugestaltung seines Schreibens und bilden den Kern seiner literarischen Ethik. Ihre Parameter werden in der vorliegenden Arbeit anhand literatur- und ethiktheoretischer Beiträge von Martha Nussbaum, Charles Taylor und Paul Ricoeur überprüft und näher erläutert. Nicht zuletzt kann die Darstellung des Gewissens in den Werken Hermann Hesses damit vor dem Hintergrund des kulturellen Paradigmas einer "Ethik der Authentizität" verortet werden.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Hochschulschrift (Dissertation) |
|---|---|
| Schlagwörter: | Ethik der Authentizität; Literarische Ethik
Hesse, Hermann; Gewissen <Motiv>; Narrative Ethik |
| Sprache des Eintrags: | Deutsch |
| Institutionen der Universität: | Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät > Germanistik > Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät > Dissertationen / Habilitationen |
| DOI / URN / ID: | 10.17904/ku.opus-1032 |
| Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?: | Ja |
| Titel an der KU entstanden: | Ja |
| KU.edoc-ID: | 36551 |
Letzte Änderung: 15. Apr 2026 16:03
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