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Transitzentrum oder : Über die (Un-)Durchlässigkeit von (Lager-)Grenzen

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Gelardi, Lea:
Transitzentrum oder : Über die (Un-)Durchlässigkeit von (Lager-)Grenzen.
In: Devlin, Julia ; Evers, Tanja ; Goebel, Simon (Hrsg.): Praktiken der (Im-)Mobilisierung : Lager, Sammelunterkünfte und Ankerzentren im Kontext von Asylregimen. - Bielefeld : Transcript, 2021. - S. 97-116
ISBN 978-3-8376-5202-4

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Kurzfassung/Abstract

Der Beitrag stützt sich auf Erkenntnisse einer empirischen Forschungsarbeit und
fokussiert restriktive Zugangspraktiken eines bayerischen Transitzentrums (jetzt:Ankerzentrum). Transitzentren wurden 2017 als Unterbringungsform für sog.
Asylbewerber*innen mit geringer Bleibeperspektive eröffnet und 2018 in Ankerzentren umgewandelt. Offizielle Ziele sind die Beschleunigung der Verfahren
sowie die Ermöglichung zeitnaher Rückführungen. Die Ergebnisse der Forschung
zeigen Mechanismen von Exklusion, Isolation, Regulierung und Kontrolle, die mit
theoretischen Ansätzen der traditionellen Lagerforschung in Beziehung gesetzt
werden. Es wird ersichtlich, wie besondere Raumspezifika, Zutrittsbeschränkungen und -verbote für Unterstützer*innengruppen und (andere) bürgerschaftlich
Engagierte sowie diverse (Kommunikations-)Kontrollpraktiken charakteristisch
für das Transitzentrum sind. Diese tragen zur Abschottung und Distanzierung
der Bewohner*innen bei, welche sich durch das ›Festsetzen‹, der Immobilisierung
der Bewohner*innen in der Unterkunft, verstärkt. Der Zugang zur Außenwelt
ist zudem aufgrund rechtlicher und organisationaler Hürden eingeschränkt.
Trotz einiger Gemeinsamkeiten zeigen sich im bayerischen Transitzentrum auch
Abweichungen von ›totalen‹ Formen der Kasernierung bzw. des Lagers. Vor allem
aufgrund der vielen beteiligten Akteur*innen und deren fortlaufenden (politischen) Kämpfe und Aushandlungen ist die Durchlässigkeit der (Lager-)Grenzen zu betonen. Das ›Lager‹ und damit verbundene Grenzen bzw. Grenzziehungen sind nicht total, sondern durchlässig und veränderbar, was sich insbesondere anhand der divergierenden Interessen und unterschiedlich genutzten Handlungsspielräume der Akteur*innen in Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und
der Zivilgesellschaft zeigt. Es handelt sich bei den beschriebenen exklusiven
und restriktiven Praktiken somit nicht um ›totale‹ Ausschlusspraktiken, sondern
um dynamische und veränderbare Grenzziehungsprozesse, die unterschiedliche
(Aus-)Handlungsfelder des täglichen Lebens betreffen, fortlaufend hervorgebracht werden und immer umkämpft sind.

Weitere Angaben

Publikationsform:Aufsatz in einem Buch
Schlagwörter:ANKER; Lager; Grenzen; Transitzentrum; Unterbringung für Geflüchtete; Immobilisierung
Themenfelder:Flucht und Migration
Institutionen der Universität:Zentrale Forschungseinrichtungen > Zentrum Flucht und Migration
DOI / URN / ID:10.14361/9783839452028
Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?:Ja
Begutachteter Aufsatz:Nein
Titel an der KU entstanden:Ja
Eingestellt am: 27. Jul 2021 07:38
Letzte Änderung: 27. Jul 2021 07:38
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/28262/
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