Titelangaben
Kakuschke, Verena
; Glamann, Nathalie ; Wengemuth, Eileen ; Tibbe, Niklas ; Weißmann, Regina ; Dreßke, Stefan ; Choi, Kyung-Eun ; von Kardorff, Ernst ; Thomas, Joachim
; Ohlbrecht, Heike:
Übergänge gestalten : Zugänge und Verläufe in der beruflichen Rehabilitation.
In: Die Rehabilitation : Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation. (16. Dezember 2025).
ISSN 0034-3536
Volltext
|
|
Link zum Volltext (externe URL): https://doi.org/10.1055/a-2742-5589 |
Kurzfassung/Abstract
Übergänge von der medizinischen in die berufliche Rehabilitation markieren nicht nur den Wechsel von einer Institution oder Maßnahme zur nächsten, sondern sind auch biografisch bedeutsame und vulnerable Phasen für die Rehabilitand:innen. Der Gestaltung dieses Übergangs kommt somit eine große Bedeutung zu. Die Studie untersucht Übergänge aus der medizinischen in die berufliche Rehabilitation aus der Perspektive von vier Forschungsprojekten. Dabei werden zentrale Hürden, Steuerungsmechanismen und subjektive Erfahrungen im Übergangsprozess thematisiert.
Die Datenbasis umfasst qualitative Interviews, Fokusgruppen, Dokumentenanalysen sowie standardisierte und offene Fragebogenerhebungen in Berufsförderungswerken (BFW), Beruflichen Trainingszentren (BTZ) und medizinischen Reha-Einrichtungen. Die Auswertung erfolgt mittels qualitativer Inhaltsanalyse (Kuckartz, Mayring), Grounded Theory (Glaser & Strauss) sowie deskriptiver statistischer Verfahren.
Die Ergebnisse lassen sich vier thematischen Schwerpunkten zuordnen, die den Übergangsprozess chronologisch beschreiben: 1) Der Weg in die berufliche Rehabilitation, 2) Information und Begleitung zur beruflichen Rehabilitation, 3) Zugang und Zuweisung zu Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA), 4) Der Maßnahmeeinstieg und das Ankommen in der beruflichen Rehabilitation. Insgesamt zeigt sich, dass die Übergänge von institutionellen Fragmentierungen, Informationsdefiziten und unklaren Zuständigkeiten gekennzeichnet sind. Rehabilitand:innen erfahren häufig zufällig oder durch Eigeninitiative von beruflichen Reha-Angeboten. Beratungsangebote sind unzureichend koordiniert und formale Zuweisungsprozesse erscheinen intransparent und zum Teil willkürlich. Besonders vulnerable Gruppen – etwa Personen mit Sucht- oder anderen psychischen Erkrankungen – sind überdurchschnittlich stark von diesen Barrieren betroffen. Gleichzeitig zeigen sich auch Beispiele gelingender Übergänge, insbesondere wenn eine frühzeitige, kontinuierliche Beratung erfolgt und individuelle Lebenslagen berücksichtigt werden.
Ein gelingendes Übergangsmanagement erfordert klare Zuständigkeitsregelungen, verbindliche Standards für die Beratung und Zuweisung sowie eine bessere Verzahnung von medizinischer und beruflicher Rehabilitation. Dabei ist die Integration institutioneller Routinen mit den biografischen Realitäten der Rehabilitand:innen zentral.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Artikel |
|---|---|
| Sprache des Eintrags: | Deutsch |
| Institutionen der Universität: | Philosophisch-Pädagogische Fakultät > Psychologie > Professur für Psychologische Diagnostik und Intervention |
| DOI / URN / ID: | 10.1055/a-2742-5589 |
| Open Access: Freie Zugänglichkeit des Volltexts?: | Nein |
| Peer-Review-Journal: | Ja |
| Verlag: | Thieme |
| Die Zeitschrift ist nachgewiesen in: | |
| Titel an der KU entstanden: | Ja |
| KU.edoc-ID: | 36190 |
Letzte Änderung: 30. Jan 2026 07:39
URL zu dieser Anzeige: https://edoc.ku.de/id/eprint/36190/
im Publikationsserver